Posted on: April 30, 2020 Posted by: Jörg Gerl Comments: 0

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Stand: 30.04.2020

Gebäude nach EnEV 2016

derzeitiger gesetzlicher Standard in Deutschland. Die Einhaltung muss für Neubauten und bestimmte Modernisierungen mit einer Energiebedarfsberechnung nachgewiesen werden.

Der Energiebedarf eines Gebäudes wird im Vergleich zu einem sogenannten Referenzgebäude mit gleicher Geometrie, gleicher Gebäudenutzfläche und gleicher Ausrichtung berechnet und liegt in etwa zwischen 25 und 50 kWh/(m²*a).

01.02.2002
erste Fassung (EnEV 2002), Ablösung und Zusammenfassung der Wärmeschutzverordnung (WSchV) und der Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV)

08.12.2004
zweite Fassung (EnEV 2004), Umsetzung der Richtlinie 2002/91/EG über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden

01.10.2007
dritte Fassung (EnEV 2007)

01.05.2014
vierte Fassung (EnEV 2014), Umsetzung der Richtlinie 2010/31/EU über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung) und die Richtlinie 2012/27/EU

01.01.2016
fünfte Fassung (EnEV 2016 oder EnEV 2014 mit verschärften Anforderungen und Änderungen ab 2016).

Die Energieeffizienzklassen nach EnEV:

3-Liter-Haus

Das Drei-Liter-Haus ist die Weiterentwicklung eines Niedrigenergiehauses und liegt beim Heizenergiebedarf zwischen dem Niedrigenergie- und Passivhaus. Jahresheizwärmebedarf: 16 – 39 kWh/(m²*a).
10 kWh/(m²a) entsprechen rund 1 l Heizöl bzw. 1 m³ Erdgas pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche im Jahr.

Niedrigenergiehaus (NEH)

Die Auslegung des Begriffs Niedrigenergiehaus NEH variiert. Ursprünglich bedeutet er die Unterschreitung der in der inzwischen lange überholten Wärmeschutzverordnung 1995 maximal zulässigen Werte für Transmissionswärmeverlust H`t um mindestens 30 % und Primärenergiebedarf Qp um mindestens 20 %. Der resultierende Jahresheizwärmebedarf lag somit bei 40 – 79 kWh/(m²*a). Außerdem wurde erstmals die Gebäudeausrüstung mit einer definierten mechanischen Be- und Entlüftungsanlage vorgeschrieben. Der Begriff Niedrigenergiehaus wurde weiter verwendet und beschrieb die Unterschreitung der Energieeinsparverordnung EnEV 2002 bis zur EnEV 2007 in derselben prozentualen Relation wie vor, mit dem Ergebnis, dass der Jahresheizwärmebedarf entsprechend niedriger lag.
Spätestens mit Einführung der EnEV 2009 ist das Niedrigenergiehaus als allgemeiner Baustandard im Neubau anzusehen. Im Hinblick auf klare Definitionen setzt sich in Deutschland zunehmend durch, die Förderkriterien der KfW zu verwenden.

KfW-Effizienzhaus für Bestandsimmobilien und für Neubauten

Die KfW hat für Häuser, die die von ihr definierten Energiestandards erfüllen, die Bezeichnung „KfW-Effizienzhaus“ entwickelt.

Das KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV 2016) darf folgende Werte des entsprechenden Referenzgebäudes nach Tabelle 1 der Anlage 1 der EnEV nicht überschreiten: Jahres-Primärenergiebedarf (Qp): 55 % des nach EnEV zulässigen Referenzwertes Transmissionswärmeverlust (H`t): 70 % des nach EnEV zulässigen Referenzwertes Gleichzeitig darf der Transmissionswärmeverlust nicht höher sein, als nach Tabelle 2 der Anlage 1 der EnEV2016 zulässig. Daraus ergibt sich ein Energiebedarf des Gebäudes zwischen 13 und 28 kWh/(m²*a).

Das KfW-Effizienzhaus 40 (EnEV 2016) darf folgende Werte des entsprechenden Referenzgebäudes nach Tabelle 1 der Anlage 1 der EnEV nicht überschreiten: Jahres-Primärenergiebedarf (Qp): 40 % des nach EnEV zulässigen Referenzwertes Transmissionswärmeverlust (H`t): 55 % des nach EnEV zulässigen Referenzwertes Gleichzeitig darf der Transmissionswärmeverlust nicht höher sein, als nach Tabelle 2 der Anlage 1 der EnEV2016 zulässig. Daraus ergibt sich ein Energiebedarf des Gebäudes zwischen 10 und 20 kWh/(m²*a). Damit liegt das KfW-Effizienzhaus 40 mit seinem Energiebedarf in etwa im Bereich eines Passivhauses.

nZEB (nearly Zero Emission Building / Niedrigstenergiegebäude)

Gemäß EBPD 2018, Artikel 2, Absatz 2: „ein Gebäude, das eine sehr hohe, …, Gesamtenergieeffizienz aufweist. Der fast bei null liegende oder sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen … gedeckt werden“
Die gesetzliche Definition ist je nach EU-Mitgliedsstaat und dessen Umsetzung in nationales Recht unterschiedlich.

Passivhaus

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem die thermische Behaglichkeit (ISO 7730) allein durch Nachheizen oder Nachkühlen des Frischluftvolumenstroms, der für ausreichende Luftqualität (DIN 1946) erforderlich ist, gewährleistet werden kann – ohne dazu zusätzlich Umluft zu verwenden.

Daraus folgt in der praktischen Umsetzung:
1. Heizwärmebedarf: Er liegt im Passivhaus unter 15 kWh/(m²a) (bezogen auf die Wohnfläche).
2. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: Mindestens 75% der in der Abluft enthaltenen Wärmeenergie werden der Zuluft wieder zugeführt.
3. Luftdichtheit: Bei 50 Pa Über- bzw. Unterdruck darf der Luftwechsel nicht mehr als 0,6 1/h betragen.
4. Gesamtbedarf an erneuerbarer Primärenergie: <=60 KWh/(m²*a)

Die genauen Passivhauskriterien sind unter www.passiv.de nachzulesen.

Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus ist über den Verlauf eines Jahres energieneutral. Alle Energieverbräuche (Heizenergie, Energie zur Warmwasserbereitung und elektrische Energie) werden ausgeglichen bilanziert. In der Regel sind dies Passivhäuser, die über ausreichend Anlagen zur Energiegewinnung auch von Elektrizität verfügen. Dabei werden Stromüberschüsse vom Sommerhalbjahr ins Netz eingespeist.

Plusenergiehaus

Das Nullenergiehaus weist über den Verlauf eines Jahres Energieüberschüsse aus. Es erzeugt mehr Energie als es selbst verbraucht.

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