Posted on: Mai 2, 2020 Posted by: Jörg Gerl Comments: 0

Stand: 02.05.2020

Die Verwendung eines detaillierten Wärmebrückennachweises hat von allen Nachweismöglichkeiten das größte Potential, zur thermischen Optimierung der Gebäudehülle beizutragen.

Zunächst müssen alle potentiellen Wärmebrücken des Gebäudes identifiziert werden:

Rot markiert: einige der potentiellen Wärmebrücken.

Zur Erinnerung. Eine Wärmebrücke ist ein Bereich in der thermischen Hülle eines Gebäudes, durch den ein veränderter Wärmedurchlasswiderstand für einen veränderten Wärmestrom durch die Bauteile und damit für einen erhöhten oder verringerten Energiebedarf dieses Gebäudes verursacht.

Potentiell kommen daher alle Bauteilverbindungen eines Gebäudes als Wärmebrücke in Frage. Etliche davon wird der Planer aufgrund seiner Erfahrung von vornherein als unwichtig ausschließen können, alle übrigen müssen mit ihrer jeweiligen Gesamtlänge erfaßt und ihr Wärmebrückenbeiwert ermittelt werden.

Der dafür nötige Planungsaufwand ist erheblich und verursacht für den Planer und den Bauherrn entsprechende höhere Planungskosten. Je Wärmebrücke kann man im Normalfall von Kosten zwischen 60,00 € und 120,00 € netto ausgehen.

Günstiger wird es unter Verwendung bestimmter Online-Wärmebrückenkataloge (siehe „Hilfsmittel detaillierter Wärmebrückennachweis, www.1000wb.de).

Die Zahl der zu berechnenden Wärmebrücken ist gebäudeabhängig, liegt aber in der Regel zwischen 20 und 30.
Diesen erhöhten Planungskosten stehen Einsparungen bei den Baukosten aufgrund von Materialeinsparungen und den späteren Betriebskosten aufgrund niedrigerer Heizkosten gegenüber.

Sind die zu berechnenden Wärmebrücken definiert, wird für jede einzelne Wärmebrücke der Wärmebrückenbeiwert Ψ (Psi) ermittelt. Dazu verwendet man entweder spezielle Wärmebrückenberechnungssoftware, Online-Wärmebrückenkataloge oder eine Kombination beider Methoden.

Aus den ermittelten Ψ-Werten und deren jeweiliger Gesamtlänge kann anschließend ein gebäudespezifischer Wärmebrückenkorrekturwert ΔUWB ermittelt werden. Alle gängigen Programme für Wärmebedarfsberechnungen verfügen über eine Möglichkeit zur direkten Eingabe von Ψ-Werten und deren jeweiliger Gesamtlänge.

Detaillierter Wärmebrückennachweis- Ermittlung von deltaUwb

Der hier ermittelte Wärmebrückenkorrekturwert ΔUWB wird in der Energiebedarfsberechnung weiterverwendet.

Im Folgenden finden Sie den Blogbeitrag “Hilfsmittel detaillierter Wärmebrückennachweis”. Hier sind die Methoden zur Ermittlung des Wärmebrückenbeiwertes detailliert beschrieben.

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